San Luis Jilotepeque: Schule "Poqomam"



1996
Eine Gruppe von 8 ÖsterreicherInnen nimmt eine Reise nach
Guatemala auf: In ein Dorf wo eine Maya-Schule gebaut werden
sollte. 2-sprachiger Unterricht sollte in der neuen Schule für die
Dorfbewohner gewährleistet werden.

Die freiwilligen "Gastarbeiter" aus Österreich können während der
Zeit des Baus bei mehreren Familien im Ort wohnen und sammeln
viele unvergessliche Eindrücke.

Gust Liska war dabei und erzählt:

Ich war nun schon zweimal in Guatemala. Im vergangenen Jahr flogen
wir zu acht nach Guatemala-Stadt, von dort in einer vielstündigen Auto-
busfahrt Richtung Honduras in jenes Dorf, wo wir mit den Indigenas
eine zweisprachige Schule (Indianersprache Poqomam und Spanisch)
bauen wollen. Nach einer sehr beeindruckenden und herzlichen Empfangszeremonie werden wir mit jenen Familien bekannt gemacht,
bei denen wir für die nächsten drei Wochen jeweils zu zweit wohnen
werden. Es beginnt eine längere Verhandlung über den Grundstückskauf,
da uns vorerst der Kaufpreis zu hoch erscheint und andererseits unsere Spanisch-Kenntnisse (bis auf Sonja) unzureichend sind. Dann kann die
Arbeit beginnen. Ein Maurer (Baumeister) ist bald gefunden, freiwillige
Helfer ebenfalls, und so kann innerhalb der nächsten 3 Wochen eine zweiklassige Schule entstehen, in der wir sehr viel Möglichkeit haben
einen guten Kontakt zu den Guatemalteken aufzubauen. Es gibt auch
Probleme und Missverständnisse welche zu bewältigen sind. So sind wir
für sie anfangs die Leute aus einer "anderen" Welt, die sehr reich seien
und vielleicht wieder (wie vor 500 Jahren) als "Herren" auftreten könnten.
Auch gibt es anfänglich Schwierigkeiten beim Essen und beim Wohnen, da
die hygienischen Bedingungen dort nicht mit unseren zu vergleichen sind
und man dauernd mit Durchfall zu rechnen hat. Das Wasser, welches von
ihnen getrunken wird, ist für uns ungenießbar. Nach drei Wochen ist die
Schule bis auf den Dachstuhl fertig, es wird ein großartiges Abschiedsfest veranstaltet und es steht ein schmerzlicher Abschied bevor. Wir unter-
nehmen anschließend noch eine gemeinsame Rundreise durchs Land und
sehen dabei das uns bisher fremde Land mit anderen Augen. Es bleiben
viele gute und interessante Erinnerungen und Briefkontakte, und die
Hoffnung auf ein Wiedersehen...

(August Liska)

Ein Jahr später besuchte Gust erneut das Dorf San Luis Jilotepeque.
Zwei weitere Klassen sollen gebaut werden. Dieses Mal konnten sie schon
in der "Reserveklasse" wohnen. Mit dem Baumeister wird wieder der Plan besprochen, Werkzeug wird besorgt und los gehts. Dank der vielen frei-
willigen Helfer kommen sie rasch voran. In dieser Zeit können sie sehr gut
Kontakte mit den Dorfbewohnern pflegen. Er erfährt von ihren Problemen,
Missverständnisse können geklärt, Vorurteile abgebaut werden.


eine Skizze des Schulgebäudes

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